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Aktuelle Forschungsschwerpunkte

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Was ist städtische Geschichtsschreibung? Revision eines Forschungsfelds | What is urban historiography? A revision

Was ist vormoderne städtische Geschichtsschreibung? Eine nur scheinbar simple Frage, die sich nicht einfach beantworten lässt. Es existierte weder ein zeitgenössischer Gattungsbegriff noch ist es HistorikerInnen und LiteraturwissenschaftlerInnen bisher gelungen, sich auf eine allgemein akzeptable Definition zu einigen. Dennoch bestehen bestimmte Vorstellungen über die Charakteristika städtischer Geschichtsschreibung, die stark vom 19. Jahrhundert und den großen Editionsunternehmungen dieser Zeit beeinflusst sind. So wird angenommen, dass sich städtische Geschichtsschreibung thematisch vorrangig auf die Stadt als autonome politische Einheit bezieht und dass städtische Geschichtsschreibung daher vor allem ein Phänomen des römischen Reiches (einschließlich der Eidgenossenschaft) und Norditaliens sei. Weiterlesen...

 

Geschichtsschreibung im Südwesten 1300–1550

Leitung:

  • Prof. Dr. Birgit Studt

 

Urbane Geschichtsschreibung war nicht allein von den Interessen des Rates  geprägt, beruhte nicht nur auf dem Arkan- und politischem Handlungswissen einer kleinen Führungselite und diente nicht allein der Legitimation ihrer Herrschaft, sondern wurde auch von anderen sozialen Gruppen und Institutionen getragen: fürstliche und bischöfliche Höfe in einer Residenz, Zünfte und Familienclans sowie die Stifte und Klöster innerhalb der Stadt, zwischen denen Verbindungslinien laufen konnten, durch deren Mitglieder aber auch personelle Verflechtungen über die Grenzen der einzelnen Städte hinweg bestanden. Das Projekt soll sich daher nicht nur mit Aufzeichnungen der Gegenwartsgeschichte als politischem Handlungswissen einer schmalen Führungselite befassen, sondern analysieren, wie im Medium der Historiographie verbreitetes und reflektiertes gesellschaftliches Orientierungswissen für urbane Lebenszusammenhänge umgeprägt wurde. Das betraf ebenso Welt-Wissen aus der Sphäre der gelehrten lateinischen Universalhistoriographie wie die Berichterstattung über aktuelle Ereignisse, die in einem überlokalen urbanen Kommunikationsraum wahrgenommen wurden. Weiterlesen...

 

Das IV. Laterankonzil (1215) - Normierung und Gestaltung des spätmittelalterlichen Europa

Leitung:

  • Prof. Dr. Birgit Studt


Das Vierte Laterankonzil ist ein wichtiger Markstein der durch das hochmittelalterliche Papsttum getragenen Zentralisierung und Homogenisierung der lateinischen Christenheit. Die von Innocenz III. im Jahre 1215 publizierten 71 Canones können als Grundgesetz für die spätmittelalterlichen Kirchenverfassung und Klerusdisziplin gelten. Von einigen viel beachteten Canones wissen wir, daß sie weitreichenden Einfluß auf das Alltagsleben der Menschen hatten. Doch bislang sind Rezeption und Wirkung der meisten dieser Reformgesetze noch gar nicht abschätzbar. Diese durch Papstkirche angestoßenen kulturellen Integrationsprozesse in Kirche und Gesellschaft des spätmittelalterlichen Europa sollen zu einer interdisziplinär orientierten Leitfrage sowie zu einzelnen Modul-Themen ausgearbeitet werden. Grundlage dafür ist eine neue Gesamtdarstellung der Geschichte des Konzils, die in monographischer Form für die Reihe „Konzilienforschung“ erarbeitet wird.