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Lehrveranstaltungen im SoSe 2011

 

Vorlesungen

 

Steffen Krieb

Überblicksvorlesung Mittelalter

 

Do. 10:00-12:00 Uhr, KG III HS 3044

 

Die Vorlesung unternimmt den Versuch, Grundlagenwissen über die Geschichte des Mittelalters zu vermitteln, ohne dabei den Anspruch enzyklopädischer Vollständigkeit zu erheben. Vielmehr sollen die Konturen der Epoche durch die Betrachtung strukturprägender Phänomene (Königsherrschaft, Lehenswesen, Grundherrschaft, kommunale Bewegungen), fundamentaler Prozesse (Christianisierung, Ethnogenese, Staatenbildung) und zentraler Geschehenskomplexe (Investiturstreit, Kreuzzüge) sowie der Geschichte ausgewählter europäischer Regionen umrissen werden. Das gebotene Überblickswissen soll dabei durch die Diskussion zentraler Quellen an seine Grundlagen rückgebunden und durch die Erörterung von Forschungskontroversen in den Kontext aktueller Debatten  in der  historischen Mediävistik eingeordnet werden. Von den Teilnehmern wird die Bereitschaft zur Vertiefung der behandelten Themen durch die begleitende Lektüre empfohlener Literatur erwartet.

Literatur: Harald Müller, Mittelalter (Akademie-Studienbücher Geschichte), Berlin 2008; Matthias Meinhardt / Andreas Ranft / Stephan Selzer (Hg.),  Mittelalter (Oldenbourg Lehrbuch Geschichte), München 2007; Jörg Schwarz, Das europäische Mittelalter (Grundkurs Geschichte), Stuttgart 2006.

 

Birgit Studt, Sabine Griese

Ringvorlesung "Mittelalter- und Renaissance-Forschungen"

 

Mi. 18:00-20:00, 14-tägig, KG I HS 1015

Die Ringvorlesung "Mittelalter- und Renaissance-Forschungen" ist ein zentraler Bestandteil des Masterstudiengangs "Mittelalter- und Renaissance-Studien (MaRS)" und gleichzeitig die offizielle Vortragsreihe des Freiburger Mittelalterzentrums. Renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Freiburg und anderen Universitäten und Forschungseinrichtungen präsentieren hier ihre Arbeit einem interdisziplinären Fachpublikum. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Das Programm wird rechtzeitig per Aushang bekannt gegeben. Bitte achten Sie auf die entsprechenden Plakate oder informieren Sie sich unter www.mittelalterzentrum.uni-freiburg.de. 

 

 

Hauptseminare

 

Birgit Studt, Michiel Decaluwé

Das Konstanzer Konzil - Personen und Ereignisse, Bilder und Texte

 

Do. 16:00-19:00 Uhr, Wilhelmstr. 26, HS 00 016

Nach der Eröffnung des Konstanzer Konzils vor bald 600 Jahren strömten in der Bodenseestadt seit 1414 Tausende von Teilnehmern und Besuchern zusammen. Mit seiner mehr als vierjährigen Dauer war dieses Generalkonzil, auf dem um Lösungsmöglichkeiten für dringende kirchenpolitische Fragen gerungen wurde, nicht nur ein Ereignis von innerkirchlicher Bedeutung, sondern es bildete durch das Zusammenkommen von Personen und Ideen einen Knotenpunkt der europäischen Politik und Kommunikation. Seine Wahrnehmung und Behandlung in der Historiographie zeugt von einem großen Interesse der Zeitgenossen an neuen Formen des kirchlichen Krisenmanagements, für Fragen von Häresie und Reform, aber auch an einer neuen Qualität von politischer Kultur, die sich vor und in der Konzilsöffentlichkeit entfaltete. Das Seminar zielt darauf, das Konzil in europäischer Perspektive mit seinen Voraussetzungen, seiner eigenen Geschichte und seinen Wirkungen zu erfassen. Dazu gehören die Diskussion um die Kirchenverfassung und Reformen auf dem Konzil und Formen des Umgangs mit religiösem Dissens ebenso wie Fragen der politischen Repräsentation, der Entscheidungsfindung und Diplomatie sowie die kulturellen Transferleistungen des Konzils.

Literatur: Die Konzilien von Pisa (1409), Konstanz (1414 - 1418) und Basel (1431 – 1449). Institution und Personen. Hg. v. Heribert Müller u. Johannes Helmrath. Ostfildern 2007.

 

Birgit Studt, Sylvia Paletschek

Wissensräume vom Mittelalter bis zur Gegenwart

 

Mi. 08:00-12:00 Uhr, KG IV HS 4429

 

Wir leben in einer Wissensgesellschaft – die aktuelle Bildungspolitik wird nicht müde, die  Bedeutung von Wissen als zentrale gesellschaftliche Ressource zu betonten. Die moderne Wissenssoziologie betont demgegenüber die soziale und historische Gebundenheit und damit die Relativität von Wissen. Wissen wird von Gesellschaften zur Bewältigung der ihr jeweils spezifischen Herausforderungen hergestellt und angewandt und ist somit stets kontextuell gebunden. Dies soll als Ausgangpunkt genommen werden, um historische Wissensordnungen vor einem längeren zeitlichen Horizont vom Mittelalter bis in die Moderne an typischen Räumen der Generierung, Vermittlung und Aufbewahrung von Wissen zu vergleichen. Dabei sollen insbesondere Institutionen wie das Kloster und die Universität, Aufbewahrungsorte wie Bibliothek und Archiv, Medien wie Bücher, Karten, Briefe oder Zeitungen, aber auch informelle Räume wie Familie oder Gewerbe in den Blick genommen werden. Hier werden nicht nur Erfolgsgeschichten und Revolutionen, sondern auch Konkurrenzen, Ablösungsvorgänge oder Abbrüche von Wissensformationen verfolgt.

In dem begleitenden Mentorat sollen Grundlagentexte der Wissens- und Raumsoziologie  gelesen und eine Exkursion vorbereitet werden.

Literatur: Johannes Fried/Thomas Kailer, Einleitung: Wissenskultur(en) und gesellschaftlicher Wandel. Beiträge zu einem forschungsstrategischen Konzept, in: Wissenskulturen. Beiträge zu einem forschungsstrategischen Konzept, hg. Johannes Fried/Thomas Kailer (Wissenskultur und gesellschaftlicher Wandel 1), Berlin 2003, S. 7–19.

 

 

Steffen Krieb

Reisen und Kulturkontakte im Spätmittelalter

 

Mi. 14:00-16:00 Uhr, KG I, HS 1236

Trotz der damit verbundenen Mühen und Gefahren gehörte das Reisen für viele Menschen des Mittelalters zu einer zwar nicht alltäglichen, aber dafür umso nachhaltigeren Erfahrung, die sie in Reiseberichten festhielten und weitergaben. Reiseanlass war häufig der Wunsch, am Grab eines berühmten Heiligen zu beten, wodurch die Gläubigen nicht nur zu Orten der näheren Umgebung, sondern bis nach Rom, Santiago de Compostela oder zum Fegefeuer des heiligen Patrick nach Irland gelangten. Im Gefolge der Kreuzzüge und auch nach dem Verlust der heiligen Stätten in Palästina reisten Pilger ins Heilige Land, um durch den Besuch der Orte des Wirkens Christi auf Erden ihr eigenes Seelenheil zu sichern. Neben die religiösen Motive traten bereits seit dem 13. Jahrhundert weitere Reiseanlässe und -ziele, die das empirische Wissen der Europäer über die Welt erweiterten und zu intensiven Kontakten mit anderen Kulturen führten. Neben die diplomatischen Missionen zu den Mongolen und die Reisen von Kaufleuten auf der Suche nach den Kostbarkeiten Asiens sind schließlich auch die Anfänge der „Grand Tour“ zu stellen, die bis ins 19. Jahrhundert hinein zur Ausbildung junger Adeliger gehörte. Die in den Reiseberichten niedergelegten Erfahrungs- und Wissensbestände bewirkten eine Veränderung im Weltbild, das die Grundlage für die Entdeckungen und die Expansion Europas am Beginn der Neuzeit bildete. Im Mittelpunkt des Seminars stehen Reisen in die Randzonen Europas und nach Übersee, i.e. den Nahen Osten, Zentral- und Ostasien. Die in diesem Kontext entstandenen Reiseberichte und weitere Quellen sollen im Hinblick auf die Konfrontation mit fremden Kulturen, Sprachen, Verhaltensweisen und Religionen analysiert werden. Zudem wird gefragt, ob und auf welche Weise die auf Reisen gemachten Erfahrungen in traditionelle Deutungshorizonte integriert wurden oder zu deren Erschütterung beitrugen. Schließlich soll durch die Einbeziehung von Berichten außereuropäischer Reisender auch ein Blick von außen auf unseren Kontinent geworfen werden.

Literatur: Folker Reichert, Erfahrung der Welt. Reisen und Kulturbegegnung im späten Mittelalter, Stuttgart 2001; Quellen zur Geschichte des Reisens im Spätmittelalter, ausgewählt und übersetzt von Folker Reichert (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 46), Darmstadt 2009.

 

 

Proseminare

 

Das Proseminarheft zum Download

 

Steffen Krieb

"Große Herzöge, oft Kaisern widerstehend" - Die Welfen in der Reichspolitik vom 11.-13. Jh.

 

Di. 16:00-18:00 Uhr, KG I HS 1231

Die politische Geschichte des Reiches im Hochmittelalter lässt sich ohne die Geschichte der Welfen nicht verstehen. Zahlreiche Vertreter dieses Adelsgeschlechts, das seine Ursprünge bis ins 9. Jahrhundert zurückverfolgen zu können glaubte, waren in der Reichspolitik vom 11. bis 13. Jahrhundert Akteure von herausragender Bedeutung, weshalb die politische Geschichte dieses Zeitraums bis vor wenigen Jahren als die Geschichte der Rivalität zwischen den Dynastien der Staufer und Welfen erzählt wurde. Obwohl das Konstrukt vom staufisch-welfischen Gegensatz an Plausibilität eingebüßt hat, bieten die dahinterstehenden Konflikte einen guten Zugang zum Verständnis politischen Handelns im Reich im Spannungsfeld von Königsherrschaft und Fürstenmacht. Zugleich gelten die Welfen aufgrund ihrer reichen Hausüberlieferung – insbesondere der Historia Welforum – als Paradigma für die Entstehung des Adelsgeschlechts als einer generationenübergreifenden Einheit. Im Seminar sollen anhand der Geschichte der Welfen von ihrem Aufstieg im 11. Jahrhundert über die Erfolge und Niederlagen Heinrichs des Löwen im 12. Jahrhundert bis zur Machthöhe des römischen Kaisertums Ottos IV., seinem Sturz und dem Wiedereintritt der Welfen in den Reichsfürstenstand grundlegende Phänomene der politischen Ordnung des Reiches im Hochmittelalter erörtert werden.

Literatur: Bernd Schneidmüller, Die Welfen. Herrschaft und Erinnerung (819-1252), Stuttgart 2000; Werner Hechberger (Hg.), Staufer & Welfen: Zwei rivalisierende Dynastien im Hochmittelalter, Regensburg 2009; Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 32006.

 

 

Steffen Krieb

Das Lehenswesen im Hoch- und Spätmittelalter

 

Di. 12:00-14:00 Uhr, KG I HS 1239

Der Begriff des Lehens – mittellateinisch feudum – galt lange Zeit als so wichtig für das Verständnis der mittelalterlichen Geschichte, dass daraus die Bezeichnung „Zeitalter des Feudalismus“ abgeleitet wurde. Mit der Relativierung seines Stellenwerts für die mittelalterlichen Gesellschaften geriet das Lehenswesen für einige Zeit aus dem Blickfeld der historischen Forschung, findet aber in jüngerer Zeit unter neuen, weniger rechts- und verfassungsgeschichtlichen als sozial- und kulturgeschichtlichen Fragestellungen wieder verstärkte Aufmerksamkeit. Im Proseminar sollen die älteren und neueren Deutungsansätze an exemplarischen Quellenzeugnissen erprobt und diskutiert werden, um zugleich einen Zugang zu einer zentralen Form der Strukturierung sozialer und politischer Beziehungen im Mittelalter zu gewinnen.

Literatur: Karl-Heinz Spieß, Das Lehenswesen in Deutschland im hohen und späten Mittelalter, 2. verbesserte und erweiterte Auflage, Stuttgart 2009; Jürgen Dendorfer / Roman Deutinger (Hg.), Das Lehnswesen im Hochmittelalter: Forschungskonstrukte - Quellenbefunde – Deutungsrelevanz (Mittelalter-Forschungen 34), Ostfildern 2010; Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, Stuttgart 32006.

 

 

Nicola Brauch

Historiographiegeschichte Englands im Spätmittelalter

 

Di. 08:00-10:00 Uhr, Breisacher Tor, Raum 101

Autoren haben in unterschiedlichen Zeiten verschiedene Formen von Geschichtsschreibung entwickelt. Das Verhältnis von Fakten und Fiktionen sind je nach Gattung und Rhetorik dabei sehr unterschiedlich gewichtet und bringen unterschiedliche Ansprüche historischer Erkenntnis zum Audruck. Am Beispiel Englands im Spätmittelalter befasst sich dieses Seminar mit der Frage, in welchen Narrativen der  Artusmythos zu dieser Zeit aufgegriffen wird. Am Beispiel von Thomas Malory´s Le Morte d´Arthur (1485 ed. By William Caxton) überprüfen wir die Methode der historischen Narratologie (Jannidis ) zur Analysierung des historischen Erkenntniswertes dieses Textes.  Ein zentraler Aspekt gilt der historischen Kontextualisierung hinsichtlich charakteristischer Mentalitäten und deren Wandel  im England des 15. Jahrhunderts. Die Bereitschaft zu Lektüre und Bearbeitung englischsprachiger Texte wird vorausgesetzt.

Literatur: Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. überarbeitete Auflage Stuttgart 2006; Chris Given-Wilson, Chronicles. The Writing of History in Medieval England, London 2004; Fotis Jannidis, Figur und Person. Beitrag zu einer historischen Narratologie. Berlin, 2004; Karl-Friedrich Krieger, Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 4. Auflage München 2009; Harald Müller, Studienbuch Mittelalter, Berlin 2008.

Quelle: Le morte Darthur : or the hoole book of Kyng Arthur and of his noble knyghtes of the Round Table / Thomas Malory. Ed. by Stephen H. A. Shepherd. - 1. ed. New York [u.a.] 2004.

 

 

Pia Eckhart

Innen- und Außenwelt der mittelalterlichen Stadt - Das Beispiel Konstanz im 15. Jahrhundert

 

Di. 10:00-12:00 Uhr, Breisacher Tor, Raum 101

Im Jahr 1414 wird Konstanz, freie Reichsstadt und Bischofsitz der größten Diözese des Reiches, zum Treffpunkt der geistlichen und weltlichen Oberschicht des Abendlandes: fünf Jahre lang tagt das Große Konzil in der Stadt am Bodensee. Am Ende wird das Schisma beendet und Jan Hus als Ketzer verbrannt – und Konstanz ist in der ganzen christlichen Welt bekannt. Im Laufe des 15. Jh. erleben seine Bewohner eine ganze Reihe innerer und äußerer Konflikte: eine Verfassungsänderung beteiligt neue soziale Gruppen am Regiment der Stadt und der sog. Bistumsstreit spaltet die Gemeinde in die Anhängerschaften zweier konkurrierender Bischöfe. Im Schweizerkrieg von 1499 muss die Stadt eine empfindliche Niederlage gegen ihre unmittelbaren Nachbarn, die Eidgenossen, hinnehmen und der 1511 abgeschlossene Schirmvertrag mit dem Haus Habsburg ist das Ergebnis der ständigen Auseinandersetzung der Stadt mit dem Kaiser. Die Geschichte der Bodenseestadt Konstanz bietet in hervorragender Weise die Möglichkeit, den vielfältigen Wegen der inneren und äußeren Organisation einer Stadt im Spätmittelalter auf die Spur zu kommen: Welche sozialen Gruppen agieren innerhalb der Stadt auf wirtschaftlichem, religiösem und kulturellem Gebiet? In welchem Zusammenhang stehen ihre Aktivitäten mit den ihnen offenstehenden Möglichkeiten politischer Partizipation? Welche Konsequenzen für das Zusammenleben in der Stadt hatte die Präsenz des Bischofs? Er war der oberste Hirte der Gläubigen, aber auch der ehemalige Konstanzer Stadtherr, dem nach der Emanzipierung der kommunalen Verwaltung seit dem 13. Jh. noch einige Herrschaftsrechte in der Stadt verblieben waren – eine Konstellation, die immer wieder für Spannung sorgte. Gleichzeitig soll nach dem komplexen außenpolitischen Gefüge gefragt werden, in das sich Konstanz aufgrund seiner geographischen Lage gestellt sah. Anhand seiner Positionierung zwischen Kaiser, Eidgenossenschaft und Schwäbischem Bund lassen sich die wichtigsten Strukturen des Römischen Reiches im Spätmittelalter herausarbeiten.

Literatur: Helmut Maurer: Konstanz im Mittelalter. Vom Konzil bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts (Geschichte der Stadt Konstanz 2), Konstanz 1989.

 

Übungen

 

Michael Matzke

(Geld-)Geschichte wird gemacht - interdisziplinäres Projekt zur Geldgeschichte Oberschwabens

 

Do. 14:00-16:00 Uhr, Peterhof HS 3

 

Immer wieder wird behauptet, dass für das hohe Mittelalter kaum noch mit dem Fund neuer Quellen zu rechnen sei. Doch trifft dies allenfalls auf die großen schriftlichen Quellengattungen, die öffentlichen Urkunden und die historiographische Überlieferung zu, aber keinesfalls auf das archäologische Quellengut und die Überreste aus dem Bereich der Historischen Hilfs- und Grundwissenschaften. Dies gilt insbesondere auch für die Münzen, die zu den wichtigsten und am dichtesten überlieferten archäologischen Objekten gehören. Die Geld- und Wirtschaftsgeschichte des Hochmittelalters ist bis heute nicht über Ansätze hinausgekommen und jeder größere Neufund kann das bisher gewonnene Bild wieder verändern.

Am Beispiel der stauferzeitlichen Städtelandschaft Oberschwabens, die dank der aufstrebenden Textilindustrie zu den Boomregionen des Reichs gehörte, soll mit Hilfe der Analyse von Schatzfunden, schriftlichen Quellen und der Ikonographie ein fundierter Beitrag zur hochmittelalterlichen Münz- und Geldgeschichte erarbeitet werden. Als Abschluss wird eine entsprechende Veröffentlichung der Ergebnisse angestrebt. Die Übung wendet sich daher an die Studierenden aller einschlägigen Fachgebiete, insbesondere der historischen und archäologischen Disziplinen, und soll dabei auch die notwendigen Grundkenntnisse und praktische Erfahrung bei der Interpretation von mittelalterlichen Münzen und Münzfunden vermitteln. Kleine Exkursionen zu Sammlungen und zur Materialerfassung werden individuell vereinbart.

Literatur: Arnold Luschin von Ebengreuth, Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters und der Neueren Zeit, 2. Aufl. München/Berlin 1926. Elisabeth Nau, Münzen und Geld in der Stauferzeit, in: Die Zeit der Staufer, Bd. 3, Stuttgart 1977, S. 87-102. Ulrich Klein/Rainer Ulmer, Concordantiae Constantienses. Tabellarischer Katalog der Bodensee-Brakteaten, in: Beiträge zur Süddeutschen Münzgeschichte 2001, Stuttgart 2001, S. 27-160.

 

 

Pia Eckhart

Das Freiburger Münster als urbaner und sakraler Raum

 

Mi. 14:00-16:00 Uhr, KG I HS 1140

 

Das Freiburger Münster mit seiner kunstvollen gotischen Turmspitze stellt ein einzigartiges Zeugnis des Mittelalters mitten in der Stadt dar. Da es den Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört überstand, blieben seine originale Bausubstanz und die Ausstattung aus dem 12. bis 21. Jh. erhalten. Stadtpfarrkirche und Prestigebau im Mittelalter, soll das Münster in der Übung nicht nur als Ort der Frömmigkeit und sakraler Raum in den Blick genommen werden, sondern auch die vielfältigen Bezüge zu seinem urbanen Umfeld, z. B. zur städtischen Wirtschaft und Rechtsprechung, sowie zur jungen Freiburger Universität untersucht werden. Die unterschiedlichen sozialen Gruppen der Freiburger Gesellschaft verbanden ihre repräsentativen Ansprüche mit der Stadtpfarrkirche, was sich im Figurenschmuck, den Glasfenstern und Altären widerspiegelt. Die Verbindung zwischen der Stadt und ihrer Kirche lässt sich über die Mittelalterrezeption des Historismus im 19. Jahrhundert mit der Gründung des Münsterbauvereins bis in die heutige Zeit nachvollziehen.

Die Übung sieht mehrere Sitzungen im Münster vor, sowie einen Besuch der Münsterbauhütte und des Augustinermuseums. Es ist möglich einen Exkursionsschein zu erwerben; Voraussetzung ist die Übernahme eines Kurzreferats vor Ort. Kunstgeschichtliche Kenntnisse sind willkommen aber nicht Vorraussetzung. Die Übung dient auch der Vermittlung kunstgeschichtlicher Grundbegriffe und Terminologie an Historiker.

Literatur: Als Einstieg wird die Lektüre des Kürzführers dringend empfohlen: Das Münster zu Freiburg im Breisgau, bearb. von Heike Mittmann, hg. vom Freiburger Münsterbauverein, 6. Aufl., Lindenberg 2009. Siehe auch die Website des Freiburger Münsters: http://www.freiburgermuenster.info/ mit weiterer Literatur.

 

Kolloquien

 

Birgit Studt

Examenskolloquium

 

Blockseminar

 

 

Fr, 05.08.11 in KG IV, ÜR 2

Sa, 06.08.11 in KG IV, R. 4429

 

 

Das Kolloquium wendet sich an Examenskandidaten/innen und fortgeschrittene Studierende. Es dient der Vorbereitung auf das Examen (Klausur, mündliches Staatsexamen, Magisterprüfung).

 

 

Birgit Studt

Oberseminar

 

Blockseminar 27. und 28. Mai 2011

 

In der Veranstaltung werden laufende und kürzlich abgeschlossene Forschungsvorhaben vorgestellt sowie neuere methodische Ansätze, aktuelle Kontroversen oder zentrale Neuerscheinungen zur historischen Mediävistik diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten/innen und Doktoranden/innen. Das Seminar findet als Kompaktveranstaltung statt. 

Nur auf persönliche Einladung (das Kolloquium findet im Liefmannhaus statt).