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Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls im SoS 17

Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte II (Prof. Dr. Birgit Studt) im Sommersemester 2017

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Vorlesungen

 

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Masterseminare/Hauptseminare

 

Herrschaftswissen - Aufgaben und Tätigkeitsfelder gelehrter Räte im Spätmittelalter (1250-1550)

Dozierende PD Dr. Steffen Krieb
Uhrzeit Dienstag 14:00-17:00 Uhr c.t.
Raum KG I, HS 1023
Veranstaltungsnummer 06LE11S-201759
Kommentar Die große Bedeutung von Beratung für die mittelalterliche Königsherrschaft ist unter dem Schlagwort der „konsensualen Herrschaft“ (B. Schneidmüller) in den vergangenen Jahren in zahlreichen Studien herausgearbeitet worden. Im Früh- und Hochmittelalter verfügte der Adel über ein Beratungsmonopol, das einerseits auf der Verpflichtung der Lehnsleute zur Rat und Hilfe (consilium et auxilium), andererseits auf dem sozial reglementierten Zugang zur Person der Herrschers beruhte. Im Spätmittelalter vollzog sich ein grundlegender Wandel, der durch eine Institutionalisierung bei gleichzeitiger sozialer Öffnung gekennzeichnet ist. Versammelten die Herrscher im früheren Mittelalter ihre adeligen Ratgeber zumeist unregelmäßig und nur zu besonderen Gelegenheiten, bildete sich im 14. und 15. Jahrhundert ein Ratsgremium mit regelmäßigen Sitzungen und festem Mitgliederbestand heraus, das als „Werkstatt der monarchischen Regierung“ (O. Hintze) diente. Personell geprägt wurde die institutionalisierte Form der Beratung maßgeblich durch nicht-adelige Räte mit einer akademischen Bildung, wobei die gelehrten Juristen quantitativ und qualitativ herausstachen.
Das Seminar fragt nach dem spezifischen Wissen und den Kompetenzen, welche die Universitätsabsolventen in die fürstliche Regierungspraxis einbringen konnten. Welche Tätigkeiten übten die gelehrten Räte aus? Welche Wissensbestände spielten dabei eine Rolle? Da adelige Räte trotz dieses Wandels eine wichtige Position am Hof und im Rat der Fürsten behaupten konnten, sollen auch die unterschiedlichen Profile von adeligen und gelehrten Räten sowie die Spannungen zwischen beiden Gruppen herausgearbeitet werden.
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 31.08.2017.ggf. mündliche Prüfung nach individueller Absprache.
Literatur Hartmut Boockmann, Zur Mentalität spätmittelalterlicher gelehrter Räte, in: Historische Zeitschrift . 233 (1981)S. 295-316; Notker Hammerstein, Universitäten – Territorialstaaten – Gelehrte Räte, in: Die Rolle der Juristenbei der Entstehung des modernen Staats, hg. v. Roman Schnur, Berlin 1986, S. 687-736; Uwe Schirmer, Art.Gelehrte Räte, in: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte, 2. Auflage, hg.v. Albrecht Cordes, Teil 2,Berlin 2011, Sp. 23-27;  Rainer Schwinges, Das Repertorium Academicum Germanicum (RAG). Ein digitales Forschungsvorhaben zur Geschichte der Gelehrten des Alten Reiches, in: Jahrbuch für Universitätsgeschichte16 (2013), S. 215-232; Suse Andresen, Gelehrte Räte im Dienst des Markgrafen und Kurfürsten Albrecht.Qualifikation und Tätigkeiten im fürstlichen Auftrag, in: Albrecht Achilles (1414-1486). Burggraf von Nürnberg –Kurfürst von Brandenburg, hg. v. Mario Müller (Jahrbuch des Historischen Vereins Mittelfranken, 102), Neustadt(Aisch) 2014, S. 151-172.

 

Universitäten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert

Dozierende Prof. Dr.  Sylvia Paletschek und Prof. Dr. Birgit Studt
Uhrzeit Mittwoch 10:00-13:00 Uhr c.t.
Raum KG IV, HS 4429
Veranstaltungsnummer 06LE11S-201753
Kommentar Die seit dem 13. Jahrhundert in Europa entstandenen Universitäten waren sowohl Orte der Wissensbewahrung, der Wissenszirkulation und Wissensproduktion als auch Ausbildungsstätten kirchlicher, staatlicher und gesellschaftlicher Führungsschichten. Damit dienen sie bis heute als zentrale Transmissionsriemen in Gesellschaft, Kultur und Politik. In ihrer konkreten Gestalt wie in ihren diversen Funktionen haben sie jedoch im Laufe der Jahrhunderte fundamentale Wandlungen durchlaufen. In diesem Hauptseminar sollen in einem historischen Längsschnitt diese Entwicklungen verfolgt und für verschiedene Teilbereiche mit einander vergleichen werden, wobei ein Schwerpunkt auf den Universitäten im Mittelalter sowie im 19./20. Jahrhundert liegen wird. Nach einem systematischen und begriffsgeschichtlichen Zugang sollen insbesondere die Verfassungsmodelle von Universitäten, Status und Habitus des Lehrkörpers sowie Herkunft, Fächerwahl und Gruppenbildung der Studierenden untersucht werden. Unser Interesse gilt darüber hinaus der Institutionalisierung und den Dynamiken von Wissensordnungen (Fakultäten, Fächer, Lehrstühle) und der Abgrenzung und gegenseitigen Positionierung innerhalb und zwischen gelehrten Wissensgemeinschaften (Orden, Kirche etc.). Ebenso wollen wir die Koppelung sozialer wie politischer Zugehörigkeiten der Lehrenden und Lernenden (Bursen, Kollegien, Nationes, Burschenschaften) innerhalb der Universitäten untersuchen und die Logiken des Ressourcentausches (Finanzierung und Berufungen) und die politischen Funktionen der Universitäten für Staat und Nation im Längsschnitt verfolgen.

Leistungsanforderungen:
- regelmäßige Teilnahme
- regelmäßige Vor- und Nachbereitung der Seminarlektüre
- Referat bzw. Mitarbeit in einer Referatsgruppe
- schriftliche Hausarbeit (ca. 20 Seiten)

Abgabetermin der schriftlichen Hausarbeiten: 18.9.2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 31.07.2017 und 06.10.2017.
Literatur Vorbereitungslektüre: Wolfgang Weber, Geschichte der europäischen Universität. Stuttgart 2002.

  

Proseminare

 

Die Fugger

Dozierende Dr. Marco Tomaszewski
Uhrzeit Montag 14:00-16:00 Uhr c.t.
Raum KG IV, Ür 2 (Übungsraum 2)
Veranstaltungsnummer 06LE11S-201717
Kommentar Mit dem Namen Fugger verbinden viele noch heute überaus großen Reichtum und die Vorgeschichte des modernen Kapitalismus. Die Geschichte der Familie zeigt, dass die Fugger in vielerlei Hinsicht eine Ausnahme darstellten. 1367 zog Hans Fugger, Sohn eines Bauern und Webers, aus Graben am Lechfeld nach Augsburg und erwarb dort das Bürgerrecht. Sein Enkel Jakob Fugger der Reiche, war Fernhändler, Bankier, Montanunternehmer und Reichsgraf und wird in einer aktuellen populären Darstellung gar als der „reichste Mann der Weltgeschichte“ bezeichnet. Die Geschichte der Fugger steht dennoch nicht im Gegensatz zu allgemeinen Entwicklungen des 14. bis 17. Jahrhunderts. Vielmehr lassen sich am Beispiel dieser Familie zahlreiche typische Phänomene aufzeigen und untersuchen.
Im Seminar soll nicht vorrangig eine Geschichte der großen Personen bzw. der „großen Familie“ Fugger nachgezeichnet werden. Ihr Beispiel soll eher als Anknüpfungspunkt dienen, um davon ausgehend grundlegende Aspekte der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Geschichte kennenzulernen. Neben der vormodernen Stadt und ihrer Bewohner sowie ländlichen Besitz- und Herrschaftsstrukturen spielen Fernhandel und die europäische Expansion eine Rolle, aber auch Aspekte der Frömmigkeit und des Almosenwesens oder Formen der sozialen Distinktion. Auch die Frage nach einer Vorgeschichte des modernen Kapitalismus soll dabei kritisch beleuchtet werden.

Der Abgabetermin der Hausarbeit ist 20. Sept. 2017.
ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache bis Anfang Oktober möglich
Literatur Häberlein, Mark, Die Fugger. Geschichte einer Augsburger Familie (1367-1650),
Stuttgart 2006.

 

Leben mit den Toten - Soziale Organisation und mittelalterliche Stiftungspraxis

Dozierende Dr. Pia Eckhart
Uhrzeit Dienstag 10:00-12:00 Uhr c.t.
Raum Breisacher Tor, R105
Veranstaltungsnummer 06LE11S-20179
Kommentar Eine Betrachtung des Figurenreliefs über dem Freiburger Münsterportal zeigt: die mittelalterlichen Menschen sahen ihr Leben – und ihren Tod – eingebettet in eine feste, von Gott gelenkte Heilsgeschichte. Sie kannten nicht nur den Anfang aller Zeiten (die Schöpfung), auch deren Ende galt als erwartbare Zunkunft: Am Tag des Jüngsten Gerichts sollte Christus auf die Erde zurückkehren, um über die Lebenden und die Toten zu richten – wie es auf dem Freiburger Tympanon dargestellt ist. Wer dann zu den Rechtschaffenen, den guten Christen, gehörte, konnte darauf hoffen, in den Himmel zu gelangen.
Das Bemühen durch Gebete und gute Werke das eigene Seelenheil, aber auch das der Vorfahren und des eigenen sozialen Umfelds zu sichern, zog daher ein enges Verhältnis zwischen den Lebenden und Toten nach sich. Denn mit einer auf ewig angelegten Stiftung konnte ein Stifter, weit über sein biologisches Leben hinaus, Einfluss auf die liturgischen oder caritativen Zwecke nehmen, denen der Stiftungsertrag zufließen sollte, und zu deren Erfüllung sich der Stiftungsträger (sei es ein Kloster oder eine Laienbruderschaft) verpflichtet hatte. Die gegenseitige Fürbitte bei Gott bzw. den Heiligen schufen zwischen Lebenden und Verstorbenen feste Bande der Erinnerung (Memoria) und Frömmigkeitspraxis.
Mit dem mittelalterlichen Stiftungswesen nimmt das Proseminar die Verflechtung von Religiosität und sozialer Organisation im Mittelalter in den Blick, wie sie zum Beispiel an Formen der Gruppenbildung, sozialen Distinktion und künstlerischen Repräsentation sichtbar wird, aber auch durch die Bewältigung ganz konkreter gesellschaftlicher Herausforderungen wie Friedenssicherung, Armenfürsorge oder Krankenpflege. Da die Pflege des Seelenheils über Jahrhunderte hinweg zentrale Aufgabe blieb und jeden Menschen unabhängig von seinem sozialen Status betraf, können im Proseminar grundlegende Themenbereiche der mittelalterlichen Geschichte in diachroner Perspektive untersucht werden.
Der Abgabetermin der Hausarbeit ist am 29.09.2017. Ggf. mündliche Prüfungen nach individueller Absprache zwischen dem 29. Juli und 29. September 2017.
Literatur Gerd Althoff: Zur Vorstellungswelt des mittelalterlichen Gebetsgedenkens und der Stiftungen für das Seelenheil, in: Petra Marx (Hg.): Geschichte, Funktion und Bedeutung mittelalterlicher Goldschmiedekunst .Interdisziplinäre Forschungsbeiträge zur Ausstellung „Goldene Pracht. Mittelalterliche Schatzkunst in Westfalen“ = Westfalen 91 (2013), S. 87-106. -- Michael Borgolte (Hg.): Enzyklopädie des Stiftungswesens in mittelalterlichen Gesellschaften. Band 2: Das soziale System Stiftung, Berlin u. a. 2016, S. 27-35.Achilles (1414-1486). Burggraf von Nürnberg –Kurfürst von Brandenburg, hg. v. Mario Müller (Jahrbuch des Historischen Vereins Mittelfranken, 102), Neustadt(Aisch) 2014, S. 151-172.

 

Ringseminar

 

Ringseminar Quellenkunde

Dozierende Prof. Dr. Birgit Studt
Uhrzeit Mittwoch 18:00-21:00 Uhr c.t.
Raum -
Modulnummer 10LE00MO-M1MuQ
Kommentar Der Umgang mit der mittelalterlichen Überlieferung ist eine zentrale Grundlage aller historisch arbeitenden Disziplinen. Das "Ringseminar Quellenkunde" soll den Studierenden des Masters "Mittelalter- und Renaissance-Studien" vertiefte Einblicke in die Arbeit mit den Quellen unterschiedlicher Fachbereiche ermöglichen. Das Angebot der beteiligten Disziplinen wird hier möglichst breit gefächert sein, sodass neben den Philologien und der Geschichtswissenschaft auch andere historisch arbeitende und am MaRS beteiligte Disziplinen vertreten sind. Die Studierenden sollen hierbei nicht nur im Umgang mit der Überlieferung geschult werden und einen Einblick in die Vielfalt mittelalterlicher Quellen bekommen, sondern auch im Rahmen eines interdisziplinären Umfeldes mit den unterschiedlichen Zugriffen auf die Quellen durch die verschiedenen Disziplinen vertraut gemacht werden.

Die Veranstaltung wird in Sektionen eingeteilt werden, wobei jede Sektion durch den Vertreter einer Disziplin geleitet wird. Im Rahmen einer Sektion wird der jeweilige Fachvertreter die Arbeit mit den und den Zugriff auf die Quellen erläutern und mit den Studierenden diskutieren. Es soll nicht nur gezeigt werden, welche Quellengattungen wir kennen, sondern auch wie sie ausgewertet werden und welcher Erkenntnisgewinn hier möglich ist.

Von den Studierenden wird die Bereitschaft erwartet, sich auch in bislang unbekannte Fachbereiche einzuarbeiten. Da im Rahmen dieser Veranstaltung auch mit Originalen gearbeitet wird, werden solide, auf der Grundlage der im Lehrangebot des Mittelalterzentrums regelmäßig angebotenen Kurse oder anderweitig erworbene Kenntnisse im Bereich der Paläographie vorausgesetzt.
   

 

Übungen

Lehren und Lernen an der Universität Freiburg um 1500

Dozierende PD Dr. Steffen Krieb, Prof. Dr. Dieter Speck und Prof. Dr. Birgit Studt
Uhrzeit Montag 16:00-18:00 Uhr c.t.
Raum KG IV, HS 4450
Veranstaltungsnummer 06LE11Ü-201711
Kommentar Für die Frühzeit der Universität Freiburg sind zahlreiche Quellen zur Sozialgeschichte der Studierenden und Lehrenden, zur Organisation sowie zu den Inhalten und Methoden des Unterrichts überliefert.
Ausgehend von den Vorgängen um die Gründung der Universität Freiburg und den Matrikeln, die Auskunft über die Frequenz der Universität in ihrer Anfangszeit sowie über Herkunft, Netzwerkbildung und Universitätskarrieren ihrer Angehörigen geben, werden wir gedruckte
wie ungedruckte Quellen zum universitären Alltag (Statuten und Disziplinarakten; Lehrpläne, Selbstzeugnisse) lesen. Im Universitätsarchiv, der Universitätsbibliothek und dem Uniseum werden wir auch Zugang zu der schriftlichen und materiellen Überlieferung finden
Literatur Wolfgang Weber, Geschichte der europäischen Universität, (Urban Taschenbücher), Stuttgart 2002; Dieter Mertens, Alltag an Schulen und Universitäten am Oberrhein um 1500. In: Sönke Lorenz / Thomas Zotz (Hgg.), Spätmittelalter am Oberrhein. Alltag, Handwerk und Handel 1350 - 1525. Große Landesausstellung Baden-Württemberg, Aufsatzband, Stuttgart 2001, S. 473 - 480;
Dieter Mertens, Humanisten in Freiburg. In: Heiko Haumann / Hans Schadek (Hgg.), Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau, Bd. 1, Stuttgart 1996, S. 268-278, 637-639.

 

Mittelalter, Frühe Neuzeit, Vormoderne? Nutzen und Nachteil von Epochenabgrenzungen

Dozierende Dr. Marco Tomaszewski
Uhrzeit Dienstag 14:00-16:00 Uhr c.t.
Raum Breisacher Tor, R104
Veranstaltungsnummer 06LE11Ü-201724
Kommentar Historische Epochen sind wissenschaftliche Konstruktionen – viele von Ihnen haben dies so oder so ähnlich sicherlich schon oft gehört oder gelesen. Je nachdem, welche Kriterien man anlegt, lassen sich immer auch andere Periodisierungsmodelle erstellen. Dennoch spielen die hergebrachten Epochengrenzen – trotz häufiger Relativierung – in der Praxis bei der Strukturierung von Studiengängen, bei der Verteilung von Ressourcen und bei der Vergabe akademischer Stellen eine große Rolle.
Gerade die Epochengrenze zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit steht aber seit längerem in der Diskussion. Statt der traditionellen Trennung um 1500 gibt es mit den Konzepten „Vormoderne“ oder „Alteuropa“ alternative Modelle für den Zeitraum zwischen 1200 und 1800. Der französische Mediävist Jaques Le Goff postulierte gar ein „langes Mittelalter“, das bis 1800 reiche.

Ausgehend von der Debatte um alternative Periodisierungsmodelle zwischen Mittelalter und Früher Neuzeit soll anhand zentraler Texte in der Übung über Nutzen und Nachteil von Periodisierungsmodellen und Epochengrenzen (vor allem für den Zeitraum vor 1800) diskutiert werden. Dabei stellen sich Fragen wie: Handelt es sich bei Epochenbezeichnungen einfach um „Labels“ ohne Auswirkungen auf die geschichtswissenschaftliche Praxis? Oder stehen hinter jeder Epochenbezeichnung geschichtstheoretische Vorannahmen, die bei der praktischen Arbeit stets reflektiert werden müssten? Macht es überhaupt Sinn, die Geschichte in Epochen einzuteilen? Aus welchen Gründen lassen sich Zeiträume voneinander abgrenzen? Und welche Bezeichnung charakterisiert einen Zeitraum angemessen?

Die Übung richtet sich an Studierende aller Semester, die Interesse an der Diskussion von konzeptionellen und theoretischen Fragen haben. Der Schwerpunkt der Übung liegt auf der Zeit vor 1800, Studierende mit anderen Epochenschwerpunkten und -interessen sind aber ausdrücklich willkommen.
Literatur Jaser, Christian et al. (Hg.), Alteuropa – Vormoderne – Neue Zeit. Epochen und Dynamiken der europäischenGeschichte (1200-1800), Berlin 2012 (Zeitschrift für historische Forschung Beiheft 46).Jussen, Bernhard, Richtig denken im falschen Rahmen? Warum das "Mittelalter" nicht in den Lehrplan gehört,in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 67 (2016), S. 558-577. Nipperdey, Justus, Die Terminologie von Epochen – Überlegungen am Beispiel Frühe Neuzeit/ „early modern“,in: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. Organ der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte 38/2 (2015),S. 170–185.

 

Theorien des Raums - Lektürekurs für Historiker

Dozierende Dr. Pia Eckhart
Uhrzeit Donnerstag 14:00-16:00 c.t.
Raum KG I, HS1228
Veranstaltungsnummer 06LE11Ü-201712
Kommentar Seit der spatial turn gegen Ende des 20. Jahrhunderts in der sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschung ausgerufen wurde, sind Fragen nach der Konstruiertheit, der Wandelbarkeit und Imagination von Räumen auch in der Geschichtswissenschaft gestellt worden. Eine Orientierung fällt bei der über die Zeit entstandenen Vielzahl theoretischer Zugänge und Raumbegrifflichkeiten, aber auch der scharfen Kritik an der historischen Raumforschung, allerdings nicht leicht.
Grundlage der Übung ist daher der Band „Räume“ von Susanne Rau, die damit eine auf die Bedürfnisse von Geschichtswissenschaftlern zugeschnittene Einführung in die Thematik vorgelegt hat, die nicht nur unterschiedliche disziplinäre Zugänge präsentiert, sondern vor allem die Möglichkeiten der Raumanalyse aufzeigt. Vertiefend werden weitere Texte dem Interesse der Teilnehmer entsprechend herangezogen. Die Übung richtet sich an alle Studierenden, die einen Einstieg in die Thematik suchen oder die ihre theoretischen Kenntnisse vertiefen möchten.

Zu erbringende Studienleistung:  
Erwartet werden regelmäßig gründliche Lektüre und aktive Teilnahme an der Diskussion sowie die Übernahme einer Sitzungsgestaltung.
Literatur Susanne Rau: Räume. Konzepte, Wahrnehmungen Nutzungen (Historische Einführungen 14), Frankfurt am Main 2013. – Roland Lippuner/Julia Lossau: Kritik der Raumkehren, in: Stephan Günzel (Hg.): Raum. Ein interdisziplinäres Handbuch, Stuttgart/Weimar 2010, S. 110-119.

 

Kolloquien

Prof. Dr. Birgit Studt

Bildnachweise

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