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Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2007

 

Vorlesungen

 

Birgit Studt

Papsturkunde und Papstkanzlei im Spätmittelalter 

 

Termin: Do 11 – 13h; KG I/HS 1016

Kommentar: Die päpstliche Kurie war das machtvollste Kommunikationszentrum des europäischen Mittelalters. Die Urkundenproduktion der Papstkanzlei begann recht zögernd, nahm aber im 13. bis 15. Jahrhundert explosionsartig zu. Bei der Behandlung dieser wichtigen Phase für die Entfaltung der schriftlichen Verwaltung geht es nicht allein um die äußere Form und Sprache der Urkunden und ihren Geschäftsgang durch die kurialen Behörden. Im Vordergrund stehen vielmehr die vielfältigen Kontakte zwischen Kurie und Ortskirchen, der diplomatische Verkehr mit den europäischen Höfen und das kirchliche Reformstreben als Faktoren der Ausdifferenzierung des päpstlichen Urkundenwesens. Damit werden Einblicke in die politische, aber auch ganz lebenspraktische Bedeutung gegeben, die der Umgang mit Papsturkunden und der Kontakt mit den kurialen Behörden für mittelalterliche Fürsten und Könige, ihre gelehrten Räte, für Kirchen und Klöster, aber auch den einzelnen Kleriker oder rechtsuchenden Bürger hatte. In begleitenden Übungen soll an die Auswertung von Schrift und Formular der Papsturkunden sowie an die Benutzung von Urkunden- und Registereditionen und Regestenwerken herangeführt werden.

 

 

Hauptseminare

 

Birgit Studt

Politische Kommunikation im Spät-Mittelalter

 

Mi. 14 c.t. - 16 Uhr, KG IV, ÜR 2

Noch lange galt die verbreitete Einschätzung, dass niedrige Kommuni-kationsfrequenz und geringe Reichweite der Kommunikationsmedien typische Merkmale der face-to-face-Gesellschaften des europäischen Mittelalters seien. Demgegenüber hat die florierende mediävistische Kommunikationsforschung der letzten Jahre gezeigt, dass sich grundlegende Innovationen öffentlicher Kommunikation bereits im Mittelalter vollzogen haben. Diese führten zu einem neuen Verhältnis von Öffentlichkeit und Privatheit bzw. „Heimlichkeit“ im Spätmittelalter. Im Mittelpunkt des Seminars steht daher zum einen die Frage nach der natürlichen und sozialen Reichweite der Kommunikation, welche ganz wesentlich durch neu geschaffene Publikationssysteme bestimmt war, zum anderen die nach dem Verhältnis von verbaler und nonverbaler (symbolischer) Kommunikation. Die Durchdringung der mittelalterlichen Gesellschaft durch die Institutionen der römischen Papstkirche (Konzilien, Legationen, religiöse Orden, kirchliche Gerichte), die Entwicklung europäischer Höfe und Monarchien, die Entstehung häretischer und populärer Bewegungen, aber auch die Diffusion einer neuen Gelehrten- und Expertenkultur im Verlauf des Spätmittelalters schufen neue Formen der öffentlichen Kommunikation, die auf verschiedenen Feldern untersucht werden sollen.

Literatur: Sophia Menache: The Vox Die. Communication in the Middle Ages. New York / Oxford 1990; Hedwig Röckelein (Hg.): Kommunikation (Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Zeitschrift des Mediävistenverbandes. Bd. 6, Heft 1). Berlin 2001.

Bemerkung: Persönliche Anmeldung in der letzten Sprechstunde des Semesters, den Feriensprechstunden oder per email an: birgit.studt@geschichte.uni-freiburg.de


Birgit Studt

Kirchlicher und religiöser Alltag im Spät-Mittelalter

 

Mo. 14 c.t. – 16 Uhr, KG VI, ÜR 2

Missstände in der spätmittelalterlichen Kirche, wie unkorrekte Ablasspraktiken oder Simonie, prassende Mönche und unzüchtige Nonnen, ungebildete Seelsorger und habgierige Pfründenjäger, gehören zu den vielfältigen Facetten, die das Bild eines krisenhaften Spätmittelalters prägten. Auf der anderen Seite gibt es aber auch zahlreiche Zeugnisse, die über innerkirchliche und monastische Reformen, über eine intensivierte Laienfrömmigkeit und religiöse Heilsorge berichten. Neben der zweifellos berechtigten Kritik, die an innerkirchlichen Verfallserscheinungen geäußert wurde, gab es aber – aus den unterschiedlichsten Motiven – auch gezielte Polemiken über die Zustände innerhalb der kirchlichen und klösterlichen Strukturen. Zu einer nüchternen Einschätzung gelangt man durch die Heranziehung einer bislang kaum genutzten Quellengruppe, der in den päpstlichen Registern eingetragenen Urkunden, in denen die Kurie in erster Linie auf die vielfältigen Anliegen, Wünsche und Ziele reagierte, die in den unterschiedlichsten kirchlichen Angelegenheiten an sie herangetragen wurden. Diese Urkundenmassen, die im Repertorium Germanicum bzw. im Repertorium Poenitentiariae Germanicum verzeichnet und erschlossen sind, ermöglichen vielfältige vergleichende Untersuchungen über die Sozialgeschichte des spätmittelalterlichen deutschen Klerus, in Ausschnitten auch der Laien, die in der Lage waren, ihre Anliegen gegenüber den kurialen Behörden zu vertreten. Im Seminar sollen die Auswertungsmöglichkeiten dieser wichtigen, in ihrer Bedeutung aber noch nicht hinreichend erkannten und noch wenig genutzten Quelle erarbeitet und in einzelnen Fallstudien erprobt werden.

Literatur: Brigide Schwarz: Das Repertorium Germanicum. In: VSWG 90 (2003), S. 429-440; Erich Meuthen: Auskünfte des Repertorium Germanicum zur Struktur des deutschen Klerus im 15. Jahrhundert. In: Quellen und Forschungen aus italienischen Bibliotheken und Archiven 71 (1991), S. 280-309; Erich Meuthen: Das 15. Jahrhundert. 4. Aufl. überarb. von Claudia Märtl. München 2006.

Bemerkung: Persönliche Anmeldung in der letzten Sprechstunde des Semesters, den Feriensprechstunden oder per email an: birgit.studt@geschichte.uni-freiburg.de

 

 

Proseminare

 

Andreas Bihrer

Alfred der Große

 

Di. 9:00 h c.t. - 11 h, HS 1236
Als militärischer Sieger über die Wikinger, als Bildungsreformer, als Begründer des englischen Staats und als Stifter einer nationalen Identität spielt König Alfred der Große (gest. 899) im Selbstverständnis des modernen Englands auch heute noch eine wichtige Rolle. In dem Proseminar wollen wir diese Wertungen und Geschichtsbilder überprüfen und uns mit den Grundlagen der englischen Geschichte im Frühmittelalter vertraut machen. Die Literatur zu diesem Proseminar ist ausschließlich englischsprachig, sichere Lesekenntnisse im Englischen bilden somit eine Grundvoraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Literatur: Alfred the Great. Asser's Life of King Alfred and other contemporary sources, übers. und hg. von Simon Keynes und Michael Lapidge (Penguin Classics), London 2004 (ISBN 9780140444094). - Bitte erwerben und zur ersten Sitzung mitbringen.

 

Casimir Bumiller

Das Spätmittelalter - Krise und Aufbruch

 

Mo. 14:00 h c.t. - 16 h, Peterhof HS 4

Diese Einführung in das Studium der mittelalterlichen Geschichte widmet sich der Zeit zwischen ca. 1250 und 1525. Die Epoche ist gekennzeichnet von Krisenerscheinungen (Agrarkrise, Pestzeiten, Kirchenspaltung, verpasste Reformen in Kirche und Reich) wie von Momenten zivilisatorischen Aufbruchs (Humanismus, Renaissance, technische Neuerungen, Entdeckungsreisen). Mit der Betrachtung der wirtschaftlichen, sozialen, politischen, religiösen und kulturellen Aspekte dieser Zeit wollen wir, ausgehend von einer Kritik des Begriffs "Krise", zu einem vertieften Verständnis dieser Epoche zwischen Mittelalter und Neuzeit gelangen.

Literatur: Ernst Schubert, Einführung in die deutsche Geschichte im Spätmittelalter. Darmstadt 1998; Ulf Dirlmeier u.a., Europa im Spätmittelalter. München 2003.

 

Casimir Bumiller

Die Hexenverfolgung der Frühen Neuzeit

 

Do. 14:00 h c.t. - 16 h, KG IV, ÜR 2

Die europäische Hexenverfolgung ist nicht, wie landläufig zu hören, ein Phänomen des "düsteren" Mittelalters, sondern der Frühen Neuzeit. Hexereibegriff und Hexenprozess werden zwar im Mittelalter theoretisch vorbereitet, ihren Höhepunkt erreicht die Verfolgung allerdings im 16. und 17. Jahrhundert. Die Hexenverfolgung wird hier im europäischen Rahmen, jedoch mit dem Schwerpunkt auf Deutschland und seine regionalen Besonderheiten betrachtet. Ausgehend von den differenzierten Erkenntnissen der neueren Hexenforschung versuchen wir zu einem Verständnis dieses "irrationalen" Phänomens in einer "rationalen" Welt vorzudringen.
 
Literatur: Sönke Lorenz/Jürgen Michael Schmidt (Hgg.), Wider alle Hexerei und Teufelswerk. Die europäische Hexenverfolgung. Ostfildern 2004.
 
Bemerkung: Zuordnung für BA - Studiengänge: 16. -19. Jh. ; deutsche Geschichte und außerhalb der deutschen Geschichte

 

 

Übungen

 

Andreas Bihrer

Geschichtsschreibung im Zeitalter der ottonischen Kaiser

 

Di. 14:00 h c.t. - 16 h, HS 1136

Unsere heutige Wahrnehmung der Geschichte des 10. Jahrhunderts, der Zeit der Auflösung des Karolingerreichs und der Entstehung der vornationalen Nachfolgereiche, ist wesentlich durch die ottonische Chronistik geprägt. Den Aufstieg der Ottonen, die inneren Konflikte, die Kontakte mit auswärtigen Mächten und den Erwerb der Kaiserkrone wollen wir anhand der Darstellungen der zeitgenössischen Historiographen nachverfolgen, deren Aussagen in den historischen Kontext einordnen und nach Prinzipien vormoderner Geschichtsschreibung zwischen "Fakten und Fiktionen" fragen. Die Übung führt außerdem in die deutsche (Vor-)Geschichte und in die mittelalterliche Chronistik als Quellengattung ein.
 
Literatur: Widukindus von Corvey, Res gestae Saxonicae. Die Sachsengeschichte, übers. und hrsg. von Ekkehart Rotter und Bernd Schneidmueller (Reclam Universalbibliothek, Bd. 7699), Stuttgart 1981. - Bitte erwerben und zur ersten Sitzung mitbringen!


Casimir Bumiller

Exkursionen ins Mittelalter

 

Mo 16:00 h c.t. - 18 h, KG IV, HS 4450

Durch Ausflüge an historische Stätten des Breisgaus (ausgewählte Burgen, Klöster und Städte) bietet diese Übung sowohl eine Einführung in die geschichtliche Landeskunde Südwestdeutschlands wie in grundlegende Kategorien mittelalterlicher Geschichte (Adelsherrschaft, Ordensgeschichte, Bürgertum). Zugleich üben die Teilnehmer die Vorbereitung einer Exkursion und die Führung einer Gruppe an einem historischen Ort ein. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 begrenzt. Teilnehmen kann nur, wer definitiv die Exkursionswochenenden 23. Juni und 8. Juli 2007 freihalten kann.


Casimir Bumiller

Jean Bodin (1530 - 1596) - Zur Methodik der Gelehrtenbiographie im 16 Jh.

 

Do. 16:00 h c.t. - 18 h, KG IV, ÜR 2

Am Beispiel dieses zwiespältig rezipierten Gelehrten der Spätrenaissance, der mit seinen "Six livres de la République" (1572) als fortschrittlicher Staatstheoretiker, mit seiner "Démonomanie" (1580) als rückwärtsgewandter Hexenjäger "gelesen" wurde, sollen die Möglichkeiten einer Methodik der Gelehrtenbiographie im 16. Jahrhundert ausgeleuchtet werden.

Literatur: Claudia Opitz-Belakhal, Das Universum des Jean Bodin. Staatsbildung, Macht und Geschlecht im 16. Jahrhundert. Frankfurt a.M./New York 2006.
 

 

Kolloquien

 

Birgit Studt

Neue Forschungen zur spätmittelalterlichen Geschichte

 

Oberseminar
Neue Forschungen zur spätmittelalterlichen Geschichte

In der Veranstaltung werden laufende und kürzlich abgeschlossene Forschungs-vorhaben vorgestellt sowie neuere methodische Ansätze, aktuelle Kontroversen oder zentrale Neuerscheinungen zur spätmittelalterlichen Geschichte und zur Mediävistik diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examens-kandidaten/innen und Doktoranden/innen. Ein Teil wird als Blockveranstaltung stattfinden.
 
Bemerkung: Nur auf persönliche Einladung. Vorbesprechung am 26.06.07, 
14-16 h, im KG IV, R. 4429.Oberseminar

 

Birgit Studt

Examenskolloquium

 

Mo. 18.30 h s.t. – 19.15 h  wöchentl.
Mi.  18.00 h c.t. – 20.00 h  14tägl.

Das Kolloquium wendet sich an Examenskandidaten/innen und fortgeschrittene Studierende. Es dient der Vorbereitung auf das Examen (Staatsexamen, Magister, Anfertigung der Abschlussarbeit). 

Bemerkung:    Beginn 18.4.2007

 

Birgit Studt

Doktorandenkolloquium des Promotionskollegs 
"Lern- und Lebensräume: Kloster, Hof, Universität. Komparatische Mediävistik 500 - 1600"

 

Mi. 18:00 h c.t. - 20:00 h  14tägl. / Raum: N.N.

 

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