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Lehrveranstaltungen des Lehrstuhls im Sommersemester 2010

 

 Vorlesungen

 

Birgit Studt

Politik und Diplomatie im Spätmittelalter

 

Di. 08:00-10:00 Uhr, KG I HS 1015

Für die Entwicklung politischer Kommunikationsformen nimmt - neben der Karolingerzeit - das Spätmittelalter eine Schlüsselstellung ein, in der bereits die Professionalisierung, Verrechtlichung und Institutionalisierung der modernen diplomatischen Praxis angelegt ist. Nicht zufällig konzentriert sich die neuere Forschung zum Gesandtschaftswesen auf das Spätmittelalter und die Renaissance, in der sich ein kommunikationsgeschichtlicher Paradigmenwechsel vollzog. In der Vorlesung werden, ausgehend von wichtigen Knotenpunkten europäischer Politik des 13. bis 15. Jahrhunderts, Typen politischer Versammlungen vorgestellt und Fragen diplomatischer Praxis wie Rangordnung und Repräsentation, Vertrauen und Loyalität, Erfahrung und Professionalität reflektiert. Dabei werden zum einen übergeordnete kommunikationstheoretische Aspekte wie das Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, Symbolik und Zeremoniell oder Öffentlichkeit und Geheimnis behandelt, zum anderen klassischen Felder der Diplomatie (geistliches und weltliches, fürstliches und kommunales Gesandtschaftswesen) vermessen.

Literatur: Rainer C. Schwinges, Klaus Wriedt (Hg.), Gesandtschafts- und Botenwesen im spätmittelalterlichen Europa (Vorträge und Forschungen 60), Stuttgart 2003.

 

 

Hauptseminar

 

Birgit Studt

Geschichte schreiben im Mittelalter

 

Do. 16:00-19:00 Uhr, Breisacher Tor Raum 107

 

Wie schreibt man Geschichte? Diese Frage beschränkt sich weder auf den Akt des Schreibens noch allein auf Texte als Repräsentationen von Vergangenheit. Mit „Geschichte schreiben"  wird die vormoderne Geschichtsschreibung als gelehrte Praxis in ihren zeittypischen kommunikativen und sozialen Kontexten in den Blick genommen, durch die Menschen und Gesellschaften ihre Vergangenheit als Geschichte konstruiert, ordnend gedeutet und tradiert haben. Die Konstruktionen von Vergangenheit konnten daher verschiedene mediale Formen annehmen: mündliche, schriftliche, bildliche oder performative.

Ausgehend von exemplarischen Quelleneditionen in einem neuen Handbuch zur Historiographiegeschichte sollen im Seminar grundsätzliche Überlegungen und objektbezogene Reflexionen zu zentralen Entwicklungslinien und Themenfeldern und von Geschichtsschreibung, zu ihren wesentlichen Produktions- und Rezeptionsbedingungen und zu historiographischen Techniken und Erzählstrategien auf neuartige Weise zusammengeführt und aufeinander bezogen werden.

Anforderungen: regelmäßige Lektüre der Quellen und Forschungsliteratur und regelmäßige Vorbereitung der Diskussion durch Essays und einzelne Impulsreferate

Literatur: Geschichte schreiben: Ein Quellen- und Studienhandbuch zur Historiografie (ca. 1350-1750). Hg. v. Susanne Rau und Birgit Studt. Berlin 2009.

 
 

Proseminare

 

Michael Matzke

Basel und Breisach - die alten Zentren des Breisgaus

 

Do. 16:00-18:00 Uhr, Breisacher Tor Raum 105

 

Heute ist Freiburg, die Stadtgründung unweit der Burg Zähringen, das Zentrum des Breisgaus. Was heute selbstverständlich erscheint, war auch noch lange nach der Gründung (1120) und dem tatkräftigen Ausbau Freiburgs durch die Herzöge von Zähringen nicht klar absehbar, da auch die alten Zentren, Basel im Süden und Breisach im Nordwesten, in der Stauferzeit kräftig wuchsen und von ihren Stadtherren gefördert wurden. Bei der eingehenden Betrachtung der Entwicklung der Konkurrenten Freiburgs wird daher nicht nur die frühe Stadtgeschichte exemplarisch betrachtet, sondern es stellt sich auch die Frage, welche Faktoren den Aufstieg Freiburgs zur Breisgau-Metropole bestimmten. Die Beantwortung dieser Frage erfordert die Heranziehung und Anwendung verschiedenster Quellentypen und Methoden, die für die Arbeitsweise der Mediävistik charakteristisch sind. In Tagesexkursionen werden nicht nur die „Untersuchungsgegenstände“ nahe gebracht und veranschaulicht, sondern auch die Präsentationsform der historischen und kunsthistorischen Führungen kann geübt werden. Ein begleitendes Tutorium zur vertiefenden Übung der methodischen Fähigkeiten ist Bestandteil der Veranstaltung.

Literatur: Marchal, G.P./Gilomen, H.-J. etc.: s.v. Basel, LexMA 1 (1980), Sp. 1505-1516; Trouillat, J. (Hg.): Monuments de l'histoire de l'ancien évêché de Bâle, 5 vols., Porrentruy 1852-1867; Maurer, Helmut (Bearb.): Die deutschen Königspfalzen, Bd. 3: Baden-Württemberg, Lfg.1, Göttingen 1988, S. 46-62; Schmaedecke, Michael: Der Breisacher Münsterberg. Topographie und Entwicklung (Forschungen und Berichte der Archäologie des Mittelalters in Baden-Württemberg, 11), Stuttgart 1992, S. 26-36; Zotz, Th.: Die frühen Staufer, Breisach und das Zähringerland, in: Felten, F.J. etc. (Hgg.): Ein gefüllter Willkomm. Festschrift für Knut Schulz zum 65. Geburtstag, Aachen 2002, S. 53-72.

 

Nicola Brauch

Welche Helden braucht das Land? Die Artussage als Spiegel englischer Identität und Mentalität im Mittelalter

 

Di. 08:00-10:00 Uhr, Breisacher Tor Raum 107

Mittelalterliche Heldenerzählungen um Artus und seine Tafelrunde  spiegeln den Wandel in Politik, Gesellschaft und der Mentalität Englands. In diesem Seminar sollen zwei dieser Erzählungen untersucht und verglichen werden: The History of the Kings of Britain des Klerikers Geoffrey of Monmouth (entstanden zwischen 1129 und 1151) und Le Morte Darthur des englischen Landadligen Thomas Malory (ed. W. Caxton 1485). Im Zentrum steht die historische  Kontextualisierung  dieser beiden Werke und die daran anschließende Frage nach der Funktion der Helden darin. Was macht die arturischen Helden so populär und damit erst wirklich zu Helden? Welche Wechselwirkungen im Ringen um Identität und Wandel von Mentalität der englischen Gesellschaft lassen sich aufzeigen?  Und schließlich: was sagen moderne populärhistorische Artusrezeptionen über Mentalitäts- und Identitätsfragen unserer Zeit aus?

Literatur: Joseph Campbell, The Hero with a thousand Faces (1949), Novato 2008; Chris Given-Wilson, Chronicles. The Writing of History in Medieval England, London 2004; Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 3. überarbeitete Auflage Stuttgart 2006; Karl-Friedrich Krieger, Geschichte Englands von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, 3. Auflage München 2002.

 

Übungen

 

Andreas Bihrer, Dieter Speck

Könige, Fürsten, Adelige - Residenzen am Ober- und Mittelrhein in Mittelalter und Früher Neuzeit

 

Mo. 16:00-18:00, Breisacher Tor Raum 206

 

Burgen und Schlösser gehören zu den am häufigsten besuchten Reisezielen, ihre Popularität zeigt sich an Burgfesten und Schlossfestspielen. Die anhaltene Faszination, die von den ,Gehäusen der Macht‘ auch in demokratischen Gesellschaften ausgeht, wird am Wiederaufbau vieler der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Schlösser deutlich, z.B. in Mannheim, Dresden und zukünftig in Berlin. So dominieren heute Schlossbauten die Innenstädte von Karlsruhe oder Stuttgart, Ruinen wie das Heidelberger Schloss oder die staufische Königspfalz in Gelnhausen ziehen Touristen aus der ganzen Welt an.

In der Übung wollen wir die herrschaftlichen Bauten von Königen, von weltlichen und geistlichen Fürsten sowie von Adeligen in ihrer Genese vom Mittelalter bis in das 18. Jahrhundert nachvollziehen. Die Burgen und Schlösser, aber auch das gesamte Ensemble z.B. mit Wirtschaftsbauten, Gartenanlagen, Kirchen oder sogar Moscheen wollen wir als Zeichen der Macht verstehen und diese Symbolsysteme zu entschlüsseln versuchen. Auf der Exkursion vom 14. bis 17. Juni 2010 werden wir am Ober- und Mittelrhein Königspfalzen und Burgen des Mittelalters sowie Schlossbauten der frühen Neuzeit besuchen, um vor Ort Geschichte aus eigener Anschauung zu erfahren. Die Exkursionsziele reichen von bekannten Stationen wie Frankfurt, Heidelberg und Baden-Baden bis zu ,Geheimtipps‘ wie Waghäusel, Hohbarr und Ebersteinburg.

Mit Exkursion vom 14.- 17. 6. 2010.

 

Oliver Münsch

Der sogenannte Inverstitutstreit - Quellen und ihre Deutungen

 

Fr. 16:00 - 20:00 Uhr, Breisacher Tor, Raum 207

Voraussetzungen, Verlaufsformen und Lösungsversuche des Strukturwandels, der sich im späten 11. und frühen 12. Jahrhundert unter dem Eindruck der Auseinandersetzung zwischen weltlicher und geistlicher Gewalt vollzog, haben seit jeher das Interesse der historischen Mediävistik gefunden. Die Übung nimmt zentrale Quellen des Zeitraums 1046-1122 in den Blick, aus denen der Wandel vom innerkirchlichen Bemühen um die Beseitigung von Missständen hin zum persönlichen, propagandistisch gefärbten Streit zwischen Papst und Kaiser deutlich werden soll. Besonders beachtet werden dabei die im Laufe der Zeit stark schwankenden Bewertungen der Forschung, etwa wenn es um zentrale Ereignisse wie den Canossagang Heinrichs IV. geht.

Literatur: MGH Libelli de lite imperatorum et pontificum. 3 Bde. (1891-97); Quellen zum Investiturstreit. 2 Bde., hg. u. übersetzt von Franz-Josef Schmale und Irene Schmale-Ott (1978/1984); Salisches Kaisertum und neues Europa, hg. von Bernd Schneidmüller und Stefan Weinfurter (2007); Vom Umbruch zur Erneuerung? Das 11. und beginnende 12. Jahrhundert, hg. von Jörg Jarnut und Matthias Wemhoff (2006).

Bemerkungen: Voraussichtlich 14-tgl.; genaue Termine werden in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

 

 

Kolloquien

 

Birgit Studt

Examenskolloquium

 

Fr. 08:00-10:00, KG IV HS 4429

Das Kolloquium wendet sich an Examenskandidaten/innen und fortgeschrittene Studierende. Es dient der Vorbereitung auf das Examen (Staatsexamen, Magisterprüfung, Anfertigung der Abschlussarbeit).

 

Birgit Studt

Oberseminar

 

In der Veranstaltung werden laufende und kürzlich abgeschlossene Forschungsvorhaben vorgestellt sowie neuere methodische Ansätze, aktuelle Kontroversen oder zentrale Neuerscheinungen zur historischen Mediävistik diskutiert. Es richtet sich an fortgeschrittene Studierende, Examenskandidaten/innen und Doktoranden/innen. Das Seminar findet als Kompaktveranstaltung am 2./3. Juli statt.

Nur auf persönliche Einladung.

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