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Isabel Dillenberger

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Wissenschaftliche Mitarbeiterin

 


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Forschungsprojekt: Formen und Praktiken weiblicher Gelehrsamkeit

Die Schlüssel zum Wissen. Formen und Praktiken weiblicher Gelehrsamkeit zwischen dem 14. und 16. Jh. Arbeitstitel

Weibliche Bildung bestand im Spätmittelalter in anderen Wissensordnungen und Praktiken als die den Männern zugängliche öffentliche gelehrte Bildung. Traditionsreiche Ausdrucksformen weiblicher Gelehrsamkeit, etwa der weise Rat und Formen künstlerischer Handarbeiten im Mittelalter wurden im Zuge des Humanismus ergänzt durch Ideale literarischer und sprachlicher Bildung, wie auch schriftlicher und poetischer Eloquenz. Historisch vollkommen neu ist, dass seit dem Humanismus die Legitimation, sich in gesellschaftlichen und gelehrten Diskursen zu äußern, für die Frau nicht mehr durch eine direkte Verbindung zu Gott generiert werden muss; im Diskurs mit ihren gelehrten männlichen Zeitgenossen wird die gelehrte Bildung zur Brücke und zur Grundlage sozialer Anerkennung und damit zu einem Raum, den sich Frauen im öffentlichen Zusammenleben neu erschlossen. Die bereits etablierten weiblichen Spielarten von Wissen und Bildung wurden dabei beibehalten und ergeben, im Zusammenspiel mit der Adaption und Übertragung der neuen humanistischen Bildungsideale, einen Wissens- und Bildungsbegriff, der als spezifisch weiblich gelten kann. Auf Basis und durch die aktive Ausübung dieser Formen und Praktiken weiblicher Gelehrsamkeit konnten einige Frauen im Spätmittelalter als anerkannte Gesprächs-partnerinnen in Briefkorrespondenzen an gelehrten Diskursen teilhaben, ihren Entfaltungs- und Ausdrucksraum so erheblich erweitern und ihre eigene soziale Stellung hinterfragen und verändern. Ziel des Dissertationsprojektes ist es, den Wissensbegriff für Frauen und Vorstellungen von weiblicher Gelehrsamkeit zwischen dem 14. und 16. Jahrhundert sprachraumübergreifend und mit einem praxeologischen Zugriff zu untersuchen. So sollen Mechanismen der Teilhabe von Frauen an gelehrten Diskursen und Strategien zur Erlangung von sozialer Anerkennung im Ringen um weibliche Entfaltungsräume und ihre soziale, wie politische Stellung sichtbar gemacht und historisch eingeordnet werden.
 

Faltonia Betitia Proba erklärt den Menschen die Entstehung der Welt mit ihrer Poetik: Robinet Testard, In: Giovanni Boccaccio, De clere et noble femmes, Traduction française anonyme. Paris, ca. 1496. BnF Paris, Fr. 599.Faltonia Betitia Proba erklärt den Menschen die Entstehung der Welt mit ihrer Poetik: Robinet Testard, In: Giovanni Boccaccio, De clere et noble femmes, Traduction française anonyme. Paris, ca. 1496. BnF Paris, Fr. 599.
Forschungsinteressen
Ideen- und Sozialgeschichte des Humanismus
Gendergeschichte und Genderpraktiken des Mittelalters
Strategien politischer Partizipation im Hoch- und Spätmittelalter
Wissensgeschichte der Frau
Schriftlichkeit und Briefkommunikation in der Vormoderne
Akademischer Werdegang
seit 2025

Wissenschaftliche Mitarbeiterin (50%) am Historischen Seminar der Universität Freiburg (Professur für Mittelalterliche Geschichte II) 

seit 2025  

Laufendes Dissertationsprojekt "Schlüssel des Wissens. Formen und Praktiken weiblicher Gelehrsamkeit im Spätmittelalter" bei Prof. Dr. Birgit Studt und Prof. Dr. Eva Schlotheuber

2025

Masterabschluss im Fach Geschichtswissenschaften (M.A.) an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Masterarbeit mit dem Titel: "Zwischen Keuschheit, Weisheit und 'Manhait' - Humanistische Ideale der (gebildeten) Frau in Niklas von Wyles 'Frauenlob' (1474).

2023 bis 2025

Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Heinrich-Heine-Universität.

2023

Bachelorabschluss in den Fächern Geschichte und Medien- und Kommunikationswissenschaften an der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

2022

Wissenschaftliches Praktikum am Deutschen Historischen Institut in Paris.

2020 bis 2023 

Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

Publikationen und Herausgeberschaft
Publikationen

Isabel Dillenberger, Humanistische Frauenbilder an Südwestdeutschen Höfen? Die Formierung und Verortung der idealen Frau in Niklas von Wyles Frauenlob 1474. In: Theo Schley / Marieke Neuburg / Isabel Dillenberger / Eva Neufeind (Hg.), Wissens–Ordnung. Beiträge für Eva Schlotheuber. Regensburg, Schnell und Steiner, 2026.

Mit Timm Schmitz, Tagungsbericht: Mainz, Rom und Venedig: Erfindung und Diffusion des Buchdrucks, in: H-Soz-Kult, 27.05.2025 

Mit Elias Borchert, Tagungsbericht: Verfassung und Vision - oder wie entsteht Konsens in einer Gesellschaft?, in: H-Soz-Kult, 01.10.2024,


Herausgeberschaft

Mit Theo Schley / Marieke Neuburg / Eva Neufeind (Hg.), Wissens–Ordnung. Beiträge für Eva Schlotheuber. Regensburg, Schnell und Steiner 2026.

Förderungen und Preise
2025

Josef-Semmler-Gedenkpreis für die beste Masterarbeit in der mittelalterlichen Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität, verliehen durch Prof. Dr. Eva Schlotheuber.

2025

Preis des Freundeskreises Geschichte der Heinrich-Heine-Universität für die beste geschichtswissenschaftliche Masterarbeit im Sommersemester 2025, verliehen durch Prof. Dr. Margrit Schulte-Beerbühl.

2025

Frauenförderungsstipendium der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf für die aktive Kongressteilnahme am International Medieval Congress in Leeds 2025.

2022–2024

Deutschlandstipendium für besonders begabte und leistungsstarke Studierende.

2024   

Stipendium für die Teilnahme am Sommer-Studienkurs des Deutschen Studienzentrums in Venedig: "Mainz, Rom, Venedig: Erfindung und Diffusion des Buchdrucks."

2023   

Reisestipendium des Freundeskreises Geschichte der Heinrich-Heine-Universität zur Förderung einer zweiwöchigen Archivreise zu den ‚Archives Nationales‘ in Paris.

Vorträge
14.01.2026         

»Wenn Frauen diskutieren. Humanistinnen und ihre Briefe im 15. Jahrhundert.« Vortrag am Veranstaltungsabend der Frauenförderung der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

07.11.2025         

Mit Eva Schlotheuber: »Italienische und deutsche Brieffreundschaften. Gelehrter Austausch zwischen Frauen und Männern im 15. Jahrhundert.« Abendvortrag im Rahmen der Jahrestatgung der Willibald-Pirckheimer Gesellschaft Foemina doctissimae. »Gelehrte Frauen im Humanismus und der Reformation«, organisiert von Tobias Daniels, Klaus Kipf, Antonia Landois und Christine Sauer, Nürnberg.

04.10.2025        

»Humanistische Frauenkataloge als Höfische Geschichtsschreibung?« Vortrag im Rahmen des Kolloquiums von Helden, Heiligen und ihren neuen Zeitungen. Kolloquium für Birgit Studt zum 65. Geburtstag, organsiert von Maria Kammerlander, Freiburg.

08.07.2025

»Disputing Women: Virtues and the Female Body in Humanist Disputes with Women in der Session Embodied Intellect, or How to Participate in Scientific Discourse as a Woman (12th–15th c.) «, organisiert von Maria Kammerlander auf dem International Medieval Congress in Leeds.

08.12.2023

»Neue Ideale der Frau im Humanismus? Das 'Frauenlob' des Niklas von Wyle (1474)« im Rahmen des Oberseminars von Prof. Eva Schlotheuber, Düsseldorf.

17.04.2024

»Weisheit, Schrift und „Manhait“ - Humanistische Ideale der (gebildeten) Frau in Niklas von Wyles ‚Frauenlob‘ (1474)«
Im Rahmen der deutsch-französischen Diskussionsplattform Quo Vadis. Wissensräume (digital) ergründen, organisiert von Maria Kammerlander und Dr. Pauline Spychala.





Letzte Aktualisierung: 13.04.2026