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Laufende Projekte

Geschichtsschreibung im Südwesten 1300–1550

Leitung: Prof. Dr. Birgit Studt

Urbane Geschichtsschreibung war nicht allein von den Interessen des Rates  geprägt, beruhte nicht nur auf dem Arkan- und politischem Handlungswissen einer kleinen Führungselite und diente nicht allein der Legitimation ihrer Herrschaft, sondern wurde auch von anderen sozialen Gruppen und Institutionen getragen: fürstliche und bischöfliche Höfe in einer Residenz, Zünfte und Familienclans sowie die Stifte und Klöster innerhalb der Stadt, zwischen denen Verbindungslinien laufen konnten, durch deren Mitglieder aber auch personelle Verflechtungen über die Grenzen der einzelnen Städte hinweg bestanden. Das Projekt soll sich daher nicht nur mit Aufzeichnungen der Gegenwartsgeschichte als politischem Handlungswissen einer schmalen Führungselite befassen, sondern analysieren, wie im Medium der Historiographie verbreitetes und reflektiertes gesellschaftliches Orientierungswissen für urbane Lebenszusammenhänge umgeprägt wurde. Das betraf ebenso Welt-Wissen aus der Sphäre der gelehrten lateinischen Universalhistoriographie wie die Berichterstattung über aktuelle Ereignisse, die in einem überlokalen urbanen Kommunikationsraum wahrgenommen wurden. Weiterlesen...

 

Helden - Heroisierungen - Heroismen. Transformationen und Konjunkturen von der Antike bis zur Moderne

Der SFB 948 wird ab dem 1. Juli 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für eine Laufzeit von vier Jahren gefördert. Mehr Informationen können Sie auf der SFB Internetseite erhalten.

 

Teilprojekt A3: Hagiographik als Heroisierung. Transformationen und Synkretismen im französischen, englischen und französischen Frühmittelalter

Bearbeiter: Jeremy Winandy
Leitung: Prof. Dr. Birgit Studt / Prof. Dr. Andreas Bihrer (Kiel); Prof. Dr. Felix Heinzer (Seminar für Mittellateinische Philologie)

Weitere Informationen über das Teilprojekt A3 erhalten Sie auf der Internetseite des SFB.

 

Teilprojekt C1: Zwischen Fürstendienst und ritterlicher Selbstbehauptung.Heroismus als adlige Gruppenkultur im deutschen
und französischen Spätmittelalter

Leitung: Prof. Dr. Birgit Studt

Weitere Informationen über das Teilprojekt C1 erhalten Sie auf der Internetseite des SFB.

 

Teilprojekt D2: Ritter, Herrscher, Helden. Heroische Deutungsmodelle kriegführender Eliten im europäischen Hochmittelalter

Bearbeiter: Thomas Nitschke
Leitung: Prof. Dr. Jürgen Dendorfer; Prof. Dr. Birgit Studt

 Weitere Informationen über das Teilprojekt D2 erhalten Sie auf der Internetseite des SFB.

 

Das Konzil im Gedächtnis der Stadt

Leitung: Prof. Dr. Birgit Studt

Fallstudien:

  • Julian Happes: „Transformation und Nutzung der Konstanzer Konzilschronik im späten 15. Jahrhundert“
  • Dr. Pia Eckhart: „Konzil und Konzilschronik in der Reformationszeit“
  • Ina Serif: „Städtische Geschichtsschreibung in neuen Kontexten. Aneignung, Vernetzung, (Re-)Funktionalisierung am Beispiel der Straßburger Chronik Jakob Twingers von Königshofen“

 

DFG-Projekt: Das Konzil im Gedächtnis der Stadt. Die Verhandlung von Wissen über die Vergangenheit in der städtischen Geschichtsschreibung am Oberrhein im 15. und 16. Jahrhundert.

Das Projekt widmet sich in einem neuen Zugriff der städtischen Geschichtsschreibung des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit im Oberrheingebiet. Geschichtsschreibung der Stadt wird nicht mehr allein als von der Obrigkeit gesteuerte, legitimationsstiftende Geschichtskonstruktionen verstanden, sondern vielmehr als Teil des dynamischen Gedächtnisses der Stadt, in welchem die Vergangenheit zwischen verschiedenen städtischen Gruppen in historiographischer Form immer wieder neu ausgehandelt wurde. Den Ausgangpunkt für die Untersuchungen bildet die Konstanzer Konzilschronik, insbesondere die von ihr ausgehende Geschichtsschreibung. Die Konzilschronik ist ein in ihrer Form einzigartiger Bericht des Konstanzers Ulrich Richental über das von 1414 bis 1418 in Konstanz tagende Konzil, welcher mit einem umfangreichen Bildprogramm, ausführlichen Listen der Teilnehmer aus aller Welt sowie deren Wappen ausgestatten wurde. Weiterlesen...

 

Das IV. Laterankonzil (1215) - Normierung und Gestaltung des spätmittelalterlichen Europa

  • Leitung: Prof. Dr. Birgit Studt


Das Vierte Laterankonzil ist ein wichtiger Markstein der durch das hochmittelalterliche Papsttum getragenen Zentralisierung und Homogenisierung der lateinischen Christenheit. Die von Innocenz III. im Jahre 1215 publizierten 71 Canones können als Grundgesetz für die spätmittelalterlichen Kirchenverfassung und Klerusdisziplin gelten. Von einigen viel beachteten Canones wissen wir, daß sie weitreichenden Einfluß auf das Alltagsleben der Menschen hatten. Doch bislang sind Rezeption und Wirkung der meisten dieser Reformgesetze noch gar nicht abschätzbar. Diese durch Papstkirche angestoßenen kulturellen Integrationsprozesse in Kirche und Gesellschaft des spätmittelalterlichen Europa sollen zu einer interdisziplinär orientierten Leitfrage sowie zu einzelnen Modul-Themen ausgearbeitet werden. Grundlage dafür ist eine neue Gesamtdarstellung der Geschichte des Konzils, die in monographischer Form für die Reihe „Konzilienforschung“ erarbeitet wird.

 

Der Prozess der Entscheidungsfindung in politischen Versammlungen des Mittelalters

Leitung: Dr. Michiel Decaluwé
DFG-Projekt (Sachbeihilfe / Eigene Stelle; Laufzeit ab 1.2.2010)

Das Projekt untersucht den Prozess der Entscheidungsfindung in politischen Versammlungen des Mittelalters, beispielsweise Konzilien oder Hoftagen. Einerseits wird gefragt, wie sich das westliche Denken über Entscheidungsfindung, beeinflusst vom Christentum, von römischem, kanonischem und germanischem Recht, von päpstlichen Machtansprüchen, Aristotelischer Philosophie, Theologie und von dem Machtausbau städtischer Eliten entwickelt hat. Anderseits wird an Hand konkreter Beispiele, wie der Entscheidung über die Trinität, der Einigung Karls IV. mit den Fürsten des Reiches in der Goldenen Bulle auf den Hoftagen in Nürnberg und in Metz 1356 oder der Einigung auf dem Konzil von Konstanz auf das Dekret Haec sancta 1415, untersucht, wie Entscheidungen auf unterschiedlichen politischen Versammlungen tatsächlich zustande gekommen sind. Ziel ist es, einen Teil der Geschichte des Prozesses der Entscheidungsfindung – des decision making – auf politischen Versammlungen zu untersuchen und zu einer Antwort auf die Frage zu kommen: „Wie konnten große politische Versammlungen im Mittelalter Entscheidungen im Konsens in wichtigen politischen Fragen erreichen?“ Weiterlesen...